Am 21. September 1951 wurde ich in Grenchen in eine Musikerfamilie geboren. Vater Wilhelm war Musiker (Klavier, Geige, Trompete), Dirigent der Stadtmusik Helvetia, Leiter der Musikschule und Dirigent des Stadtorchesters Grenchen. Kulturpreisträger der Stadt Grenchen 1979 als Musikförderer. Grossvater Heinrich war ebenfalls Musiker, Komponist, Dirigent und Pädagoge.
Mein Vater war nicht gerade begeistert, als ich auch Musiker werden wollte. So kam es, dass ich Maurer lernte (1970) und mich weiter zum Hochbauzeichner ausbildete (1972). Dann arbeitete ich ein Jahr als Hochbauzeichner und machte später ein Diplom als Architekt an der Ingenieurschule Biel (1978) mit Nachdiplomstudium in Raumplanung an der Ingenieurschule Brugg-Windisch (1979). Als Architekt und Raumplaner arbeitete ich bei der Metron, Orts- und Regionalplanung, Brugg-Windisch und war Geschäftsleiter im Büro in Grenchen (1988). Dann wurde ich zum Techn. Leiter im Amt für Raumplanung des Kantons Solothurn gewählt und später für besondere Aufgaben eingesetzt. Mit meiner Pensionierung (2016) begann ein Leben als begeisterter Musiker. Als Mitglied des Schweizer Ingenieur und Architekten Verein (SIA) werde ich weiterhin guten Kontakt mit meiner ehemaligen und interessanten Berufswelt haben.
Meine musikalischen Erinnerungen reichen bis zum 8 Lebensjahr zurück. Mein Vater lehrte mich Geige spielen, mit 10 Jahren Cello und mit 16 Jahren Kontrabass. Meine Reife fürs Orchesterspiel erreichte ich bei Edgar Kremsa, Solo-Bassist beim Berner Symphonieorchester und bei Angelo Viale, ebenfalls ein Künstler auf dem Kontrabass, an der Musik Akademie in Basel. Als Kontrabassist spielte ich im Stadtorchester Grenchen von 1968–1976. Viele Konzerte mit grossen Musikern durfte ich mitspielen: Yehudi Menuhin, Pierre Fournier, Nikita Magaloff, u.a., waren für mich die unvergesslichsten Erlebnisse dieser Zeit.
Neben der klassischen Musik, mit der ich aufgewachsen bin – denn bei uns zu Hause war nur klassische Musik zu hören – war der Jazz eine richtig tolle Entdeckung für mich. Mein Freund Robert Baggenstos, ebenfalls Klavierschüler bei meiner Mutter, fragte mich, ob ich mal zu ihm nach Haus käme mit dem Kontrabass. Röbi hatte einige Noten bereitgestellt, und wir begannen zu Jazzen! So kam es dann zu einem Quartett mit dem Namen „Tin Roof Quartett“ (1968) später in der Zeit des Pop und des Free-Jazz „four for modern jazz“ (1973), mit Robert Baggenstos, Piano; Markus Brunner, Alto Sax; Thomas Steinbeck, Bass; Janek Respond, Drums. In diesem Jahr (1973) besuchte ich in Breitenbrunn am Neusiedler See, Österreich, das internationale Musikforum. Da lernte ich den Jazz-Bassisten Dave Holland kennen und absolvierte bei ihm einen Workshop, wo 12 Kontrabassisten teilnahmen. Nach einer langen, beruflich intensiven Pause, gründeten Robert Baggenstos und ich zusammen mit Urs Schaad, Drums, später das „Trio Jazz Parnass“, mit welchem wir im Jahr 2008 unser 10-jähriges Bestehen feierten. Seit einiger Zeit spiele ich im „Trio Jazz for Friends“ mit Robert Baggenstos, Piano; und neu: Pat Jeger, Drums.
Mein Kontrabass ist ein Modell Gamba, 1905, von Emanuel Wilfer, Möhrendorf bei Erlangen (D). Seit einigen Jahren spiele ich auf Black Nylon Tabe Double Bass Strings wie Jazz-Bassist Ron Carter. Angefangen habe ich meine Studien mit Ray Brown‘s „Bass Method“ und dem „Jazz Bass Compendium“ von Sigi Busch. Auch „The Standards Real Book“ und dem „Walking Bass“ von Andy Mayerl haben mir die traditionelle und wichtigste Form der Bassbegleitung gelehrt.
In jüngeren Jahren habe ich zur Fasnachtszeit Flügelhorn bei der „Gugaaggeri-Musig“ in Solothurn gespielt. Seit meiner Pensionierung übe ich fleissig auf meiner neuen Basstrompete von Steinbach, Eschweiler (D). Mit dem Musiker Fabian Bloch, Euphonium und Basstrompete, Olten, stehe ich in gutem Kontakt und lasse mich auf der Basstrompete ausbilden.